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Reeperbahn

Reeperbahn

Die Reeperbahn ist eine Straße im Hamburger Stadtteil St. Pauli. Sie bildet die zentrale Verkehrsachse in St. Pauli ist vor allem als Vergnügungsmeile bekannt. An der Reeperbahn befinden sich zahlreiche Bars, Lokale, Diskotheken und Einrichtungen des Rotlichtmilieus.

Lage der Reeperbahn

Die Reeperbahn hat eine Länge von insgesamt gut 930 Metern, womit sie eine der längsten Straßen in Hamburg - St. Pauli ist. Sie verläuft in West-Ost-Richtung parallel zur Elbe, von der sie etwa 300 Meter entfernt liegt. Sie geht im Westen in die Königstraße über und wird im Osten durch den Millerntorplatz begrenzt.

Mit der Reeperbahn verbunden sind mehrere bekannte Straßen und Plätze in St. Pauli. So gehen auf der Nordseite die Talstraße und die Große Freiheit von der Reeperbahn ab. Hier liegt auch der Beatles-Platz, mit dem daran erinnert wird, dass die berühmten Beatles Anfang der 1960er-Jahre zahlreiche Auftritte in diesem Stadtteil hatten, noch bevor sie richtig bekannt wurden. Auf der Südseite der Reeperbahn liegen der Spielbudenplatz und der Hans-Albers-Platz.

Eine sehr bekannte Parallelstraße der Reeperbahn ist die Herbertstraße, die etwa 200 Meter südlich der Reeperbahn verläuft, mit dieser aber nicht direkt verbunden ist.

Zur Geschichte der Reeperbahn

Es ist überliefert, dass sich bereits im 15. Jahrhundert an der Stelle der heutigen Reeperbahn eine Straße befand. Die Reeperbahn gehörte aber bis weit ins 19. Jahrhundert noch nicht direkt zur Stadt Hamburg, sondern zu dem ihr vorgelagerten Hamburger Berg, wie der heutige Stadtteil St. Pauli damals noch hieß.

Der Name Reeperbahn stammt von den so genannten Reepschlägern. Mit diesem Begriff wurden früher jene Handwerker bezeichnet, die Seile und Taue herstellten, insbesondere für die Schifffahrt. Da diese Reepschläger eine lange und möglichst gerade Straße für die Herstellung ihrer Produkte benötigten, ließen sie sich bereits seit dem 17. Jahrhundert in der heutigen Reeperbahn nieder.

Ebenfalls im 17. Jahrhundert kam es auf dem Gebiet der heutigen Reeperbahn zur Ansiedlung von Spielbuden und auch der Prostitution wurde bereits nachgegangen. Hintergrund war, dass Prostituierte, Gaukler und Budenbetreiber in der eigentlichen Stadt Hamburg, die damals noch von einer Stadtmauer geschützt war, nicht erwünscht waren und sich ein Leben in der Stadt auch gar nicht leisten konnten.

Nachdem Hamburg Anfang des 19. Jahrhunderts unter französischer Besetzung stand, während der viele Häuser und Buden vernichten worden waren, wurden in den Jahren 1826 und 1827 an der Reeperbahn erste Wohnhäuser errichtet. Im weiteren 19. Jahrhundert wurde im Zuge der Industriellen Revolution und der zunehmenden Verstädterung die Wohnbebauung massiv ausgeweitet.

In dieser Zeit entstanden auch Häuser, die für Einrichtungen des Nachtlebens und für die Prostitution genutzt werden konnten. Auch Spielbudenbetreiber konnten sich entlang der Reeperbahn niederlassen.

Das heutige Bild der Reeperbahn entstand in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem viele Gebäude zerstört wurden. Heute ist die Reeperbahn das wohl bekannteste Vergnügungsviertel der Welt und ist auch unter ihrem vielsagenden Spitznamen „sündige Meile“ oder schlicht als Kiez sehr bekannt.

Attraktionen an der Reeperbahn

Da sich an der Reeperbahn eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten und berühmten Einrichtungen finden, gehört die Reeperbahn zu den bedeutendsten Anziehungspunkten für Besucher aus aller Welt und Einheimische in ganz Hamburg.

So liegt hier das Wachsfigurenkabinett Panoptikum. Mehrere Theater sind ebenfalls an der Reeperbahn ansässig, wie etwa das St. Pauli-Theater oder das Stage Operettenhaus, das für mehrere große Musicals genutzt wurde.

Ein berühmtes Lokal auf der Reeperbahn ist die Kneipe „Zur Ritze“. Ebenfalls befindet sich auf der Reeperbahn der älteste SM-Club Europas, der Club de Sade. Bekannte Diskotheken entlang der Reeperbahn sind der Mojo Club und die Docks.

Und sogar Polizeiwachen und Tankstellen haben es auf der Reeperbahn zu überregionaler Bekanntheit gebracht. Die ehemalige Esso-Tankstelle war als Kieztanke populär und die Polizeistation Davidwache gilt als bekannteste Polizeidienststelle Deutschlands und ist auch der Schauplatz einer bekannten Vorabendserie im deutschen Fernsehen.

Nicht zuletzt befinden sich an der Reeperbahn viele Nachtclubs, Bordelle, Striplokale und weitere Einrichtungen des Rotlichtmilieus, die ebenfalls Tag für Tag eine Vielzahl von Besuchern anziehen. Das reine Rotlichtgewerbe wird aber immer weiter zurückgedrängt, wodurch sich die Reeperbahn nach und nach zu einem reinen Vergnügungsviertel entwickelt.

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