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Pearl-Index – Damit es nach dem Sex keine Überraschungen gibt

Pearl-Index – Damit es nach dem Sex keine Überraschungen gibt

Verhütung beim Sex ist heutzutage notwendig und auch sinnvoll. Während manche religiösen Vertreter immer noch der Auffassung sind, die Verwendung von Verhütungsmitteln sei eine Sünde, hat sich die Verhütung in der breiten Masse der Bevölkerung längst etabliert.

Kein Wunder: Verhütungsmittel beugen ungewollten Schwangerschaften vor und sind zudem je nach Methode ein hervorragendes Mittel, um die Ausbreitung geschlechtlich übertragbarer Krankheiten zu bremsen, so dass man mit Verhütungsmitteln sorgenfrei Spaß am Sex haben kann.

In manchen Ländern, zum Beispiel Thailand, gelang es zudem, durch die Verteilung von Verhütungsmitteln der Überbevölkerung entgegenzuwirken, wodurch sich diese Länder wirtschaftlich und sozial viel besser entwickeln können.

Pearl-Index bewertet Wirksamkeit von Verhütungsmitteln

Es gilt aber zu beachten, dass es Unterschiede gibt hinsichtlich der Wirksamkeit der verschiedenen Verhütungsmittel. Um zu erfahren, welche Verhütungsmethode wie verlässlich ist, hat sich eine Maßzahl etabliert: Der Pearl-Index.

Der Pearl-Index wurde nach dem US-amerikanischen Biologen Raymond Pearl (1879 – 1940) benannt. Er gibt für jede Verhütungsmethode an, wie viele Frauen, die ein Jahr lang die betreffende Verhütungsmethode genutzt haben, schwanger werden.

Beträgt der Pearl-Index zum Beispiel 6, wie es bei der Portiokappe der Fall ist, heißt dies, dass von 100 Frauen, die ein Jahr lang mit dem betreffenden Mittel verhütet haben, in diesem Fall die Portiokappe, 6 schwanger werden. Das wiederum bedeutet, dass eine Verhütungsmethode um so sicherer ist, je niedriger ihr Pearl-Index ist. Der Pearl-Index ist also eine vergleichsweise einfache Methode, die Sicherheit von Verhütungsmitteln zu bewerten.

Pearl-Index nicht immer für bare Münze nehmen

So gut und etabliert der Pearl-Index sein mag, so muss angemerkt werden, dass er nicht gänzlich unfehlbar ist. Im Pearl-Index werden zwei wichtige Einflussfaktoren auf die Sicherheit einer Verhütungsmethode nicht berücksichtigt: Die Häufigkeit des Sex ist hierbei zu nennen, aber auch wie viele Frauen in die Untersuchung einbezogen werden, ist nicht klar geregelt.

Bei neueren Verhütungsmitteln, die bislang noch wenig erforscht sind, ist der Pearl-Index folglich nicht so belastbar, wie bei über lange Zeit etablierten Methoden. Hinzu kommt, dass auch die sichersten Verhütungsmittel wirkungslos bleiben können, wenn sie nicht richtig angewendet werden. Der einzelne Mensch selbst, der verhütet und dabei möglicherweise Fehler macht, ist auch ein Faktor, der im Pearl-Index nicht erfasst wird.

Pearl-Index unter den Verhütungsmitteln sehr verschieden

Unter den verschiedenen Methoden zur Empfängnisverhütung zeigen sich enorme Unterschiede beim Pearl-Index. Die sicherste Methode sind Hormonimplantate, bei denen der Pearl-Index unter 0,1 liegt. Eine sehr sichere Verhütungsmethode ist auch die Sterilisation. Bei der Frau beträgt der Pearl-Index hier 0,2 bis 0,3, beim Mann sogar nur 0,1.

Die unter Frauen weit verbreitete Anti-Baby-Pille hat einen Pearl-Index von 0,1 bis 0,9 und ist damit ebenfalls ein sehr sicheres Verhütungsmittel. Sehr gute, weil sehr niedrige Werte haben auch die Hormonspirale (Pearl-Index: 0,16), die Kupferkette bzw. der Intrauterinpessar (0,1 bis 0,5), der Vaginalring (0,4 bis 0,65), die Spirale (0,3 bis 0,8), die Depotspritze (0,3 bis 0,88) und das Verhütungspflaster (0,72 bis 0,9).

Das Kondom, das bei Männern sehr verbreitet ist, hat dagegen nur ein Pearl-Index zwischen 2 und 12 und ist damit weniger verlässlich als die zuvor genannten Methoden. Ebenfalls auf mittlere Werte kommen die Temperaturmethode (0,8 bis 3), das Diaphragma: (1 bis 20), die schon erwähnte Portiokappe (6) und die Kalendermethode (9).

Laut Pearl-Index folgende Methoden lieber meiden

Für folgende Verhütungsmethoden wurden die höchsten Werte beim Pearl-Index gemessen: Bei chemischen Verhütungsmitteln kann der Index von 3 bis 21 reichen, beim Coitus interruptus von 4 bis 30, beim Kondom für die Frau von 5 bis 25 und bei der Billings-Methode sogar von 5 bis 35.

Auch wenn diese Verhütungsmethoden sehr hohe und damit schlechte Werte beim Pearl-Index haben können, sind sie allesamt noch besser, als wenn man gar nicht verhütet. Bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr beträgt der Pearl-Index nämlich sage und schreibe 85, was bedeutet, dass eine Schwangerschaft danach fast sicher ist.

Ist eine Schwangerschaft gewollt, ist gegen ungeschützten Sex natürlich nichts zu sagen, aber ist sie es nicht, sollte man lieber auf eine der vielen Verhütungsmethoden zurückgreifen, am besten auf solche mit einem niedrigen Pearl-Index.

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