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Bi-Lust – Warum wählen, wenn man beides haben kann?

Bi-Lust – Warum wählen, wenn man beides haben kann?

Warum wählen, wenn man beides haben kann? Mit dieser Losung scheinen es Menschen zu halten, die sich in sexueller Hinsicht nicht festlegen mögen, welches der beiden Geschlechter sie denn nun bevorzugen sollen.

Als bi bzw. bisexuell bezeichnet man Menschen, die sowohl mit Männern, als auch mit Frauen Sex haben oder sich zumindest sexuell von beiden Geschlechtern angezogen fühlen.

Was für Menschen, die nicht bi sind, erstaunlich sein mag, ist die Tatsache, dass gemäß Sigmund Freud jeder Mensch grundsätzlich bi ist, die meisten dann aber ein Geschlecht bevorzugen, sei es aus sexuellen Motiven oder weil man durch gesellschaftliche Konventionen die Bisexualität nicht offen ausleben kann.

Wir wollten einmal aus erster Hand erfahren, wie es Menschen, die bi sind, mit ihrer Passion ergeht und hörten uns unter unseren Leserinnen und Lesern um.

Nach und nach entdeckt man, dass man bi ist

Viele Bisexuelle stellen erst nach einer Weile fest, dass sie bi sind. Zuerst sind manche dann verunsichert, was mit ihnen los ist.

So erging es auch Jeanette (28) aus Krefeld: „Ich war anfangs auch immer nur auf männliche Partner aus, aber irgendwann, als ich Mädels getroffen hab, habe ich mich auch von denen angezogen gefühlt. Ich hab mich dann gefragt, bin ich jetzt hetero oder Lesbe? Aber irgendwann wurde mir klar, dass ich bi bin. Und ich bin heute glücklich damit.“

Auch andere Leserinnen und Leser berichteten uns davon, dass sie zunächst etwas Zeit brauchten, um ihre Bisexualität zu begreifen. Das gilt auch für diejenigen, die schon immer beide Geschlechter attraktiv fanden.

Bi sein macht immer noch Probleme

Was viele Menschen gar nicht wissen: Es gibt einen Tag der Bisexualität. Der wird in Deutschland kaum beachtet, in angelsächsischen Ländern wird er aber jedes Jahr am 23. September von den Bisexuellen begangen.

Leider ist dieser Tag auch nötig, denn immer noch gilt Bisexualität bei vielen als unmoralisch oder abnorm, was für Menschen, die bi sind, Probleme mit sich bringen kann.

So bekam Jens (36) aus Aschaffenburg Schwierigkeiten auf der Arbeit: „Als bekannt war, dass ich auf Männer und Frauen abfahre, sind mir manche Kollegen aus dem Weg gegangen. Eine Zeit lang, mochte ich nicht mehr gerne zur Arbeit gehen, aber heute habe ich einen Job bei einer anderen Firma. Da stört sich niemand daran.“

Auch Leonie (21) kennt verstörte und ablehnende Reaktionen von Menschen: „Ich stehe offen dazu, dass ich bi bin. Aber manchmal, wenn ich das sage, gucken mich die Leute hier und da schon komisch an. Eine Frau meinte sogar mal, ich könnte mich doch ändern und mir helfen lassen, wenn ich wollte. Als ob ich ’ne Krankheit hätte. Das muss man sich mal vorstellen.“

Besonders heikel ist für manche, der eigenen Familie seine Bisexualität einzugestehen. Gerade Eltern beschäftigt es sehr, wenn ihr Sohn oder ihre Tochter sich als bi offenbart. Unter unseren Lesern hat das aber nicht dazu geführt, dass sich die Eltern von ihnen abwenden.

Man findet nicht unbedingt schneller Sexpartner, wenn man bi ist

Man mag denken, dass Bisexuelle es viel leichter haben, als Hetero- und Homosexuelle, einen Sexpartner zu finden. Schließlich ist hier die Auswahl ja praktisch doppelt so groß. Da müsse doch immer was gehen, mag der ein oder andere denken.

Doch ganz so einfach ist die Sache nicht, wie uns die befragten Leser einhellig bescheinigen. So erklärt Lars (40) aus Herne: „Man findet nicht schneller jemanden, nur weil man bi ist, egal ob für eine Nacht oder für eine richtige Partnerschaft. Auch wenn man bi ist, muss man jemanden erst mal kennenlernen und von sich überzeugen. Das läuft bestimmt nicht leichter ab, als bei Schwulen oder Heteros.“

Und Tanja (31) aus Fürth ergänzt: „Klar hat man mehr Auswahl, um jemanden mit nach Hause nehmen zu können, aber dafür ist auch die Anzahl derer, die nicht mit Bisexuellen ins Bett steigen wollen, größer. Das hebt sich also ungefähr auf.“

Wer bi ist, hat mehr Abwechslung beim Sex

Einen großen Vorteil hat es aber, wenn man bi ist. Durch den Wechsel zwischen männlichen und weiblichen Sexpartnern ist es geradezu garantiert, dass man beim Sex mehr erlebt, als Homo- oder Heterosexuelle.

Sonja (27) aus Darmstadt kann davon ein Lied singen: „Frauen finde ich grundsätzlich schöner anzuschauen und Sex mit denen ist irgendwie romantischer. Aber manchmal, da muss einfach ein Mann her. So einen harten Schwanz in sich zu spüren, ist doch etwas einmaliges, wenn es um Sex geht.“

Und auch Holger (48) schwört auf den fidelen Geschlechterwechsel: „Männer und Frauen fühlen sich beim Sex komplett anders an. Aber ficken ist mit beiden irgendwie geil. Ich geh deshalb auch gerne mal in den Swingerclub oder ins Pornokino. Da habe ich immer schön Abwechslung.“

So oder ähnlich äußerten sich viele der von uns Befragten. Dass man auch mehr Stellungen beim Sex ausprobieren kann, ist offensichtlich ein weiterer großer Trumpf der Bisexualität.

Insofern sollte sich niemand als merkwürdig oder gar weniger wert empfinden, nur weil er sich von Männern und Frauen sexuell angezogen fühlt. Bisexualität ist nichts widernatürliches, wie manche meinen, weshalb sich auch niemand, der bi ist, davon abhalten lassen sollte, seine Neigung auszuleben und viel damit auszuprobieren.

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