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Strich

Strich

Strich ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für alle Orte, an denen im öffentlichen Raum legal oder illegal Prostitution stattfindet. Ein Strich ist dabei meist ein Straßenstrich oder ein Autostrich, bei dem die Prostituierten zu den Freiern ins Fahrzeuge steigen, um für Geld sexuelle Dienstleistungen zu erbringen.

Weit verbreitet ist das geflügelte Wort „auf den Strich gehen“, womit die Tätigkeit als Prostituierte umschrieben wird. Prostituierte auf einem Strich haben oft ein geringeres Ansehen als andere Menschen, die sexuelle Dienstleistungen gegen Entgelt anbieten.

Der Begriff Strich

Warum genau man einen Ort für öffentliche Prostitution als Strich bezeichnet, ist umstritten und bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Eine Theorie besagt, dass der Begriff von einer Linie abstammt, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert in manchen Städten an bestimmten Stellen gezogen wurde, um den Bereich zu markieren, in dem sich Prostituierte bewegen und um Kundschaft buhlen durften.

Ein weiterer Ansatz leitet den Begriff von dem Wort Landstrich ab. Heute kann der Begriff Landstrich ein kleines Gebiet oder eine ganze Region bezeichnen, er wurde früher aber oft benutzt, um ein klar abgegrenztes Gebiet zu definieren.

Eine letzte Theorie basiert auf einem Fachbegriff aus der Jagdsprache. Dort gibt es den Terminus Strich, der aber nur eine fiktive Linie ist, auf der die Männchen der Waldschnepfe fliegen, um Weibchen für sich zu gewinnen.

Arten des Strich

Ein Strich ist nahezu immer von den Rotlichtvierteln mit Innenstadtlage getrennt. In größeren Städten kann ein Strich zwar auch im kernstädtischen Bereich liegen, er ist räumlich aber fast immer von der eigentlichen City und anderen Einrichtungen des Rotlichtmilieus getrennt.

In den meisten Städten wurden spezielle Verordnungen erlassen, mit denen der Strich reglementiert wird. In fast allen Städten werden auch nur bestimmte Gebiete für den Strich freigegeben, die meist als Sperrbezirk bezeichnet werden.

Mit solchen Verordnungen soll verhindert werden, das ein Strich in allen Teilen der Stadt möglich ist. Dadurch sollen die unerwünschten Einflüsse, die ein Strich zum Beispiel auf Kinder haben kann, eingedämmt werden. Zudem wird durch eine klare räumliche Begrenzung eine bessere Kontrollierbarkeit der Aktivitäten auf dem Strich ermöglicht.

Auf einem Strich findet die Arbeit der Prostituierten oft direkt im Auto des Freiers statt. In einigen Städten wurden dafür spezielle Parkplätze geschaffen, die durch Wände abgegrenzt und vor Einblicken von außen geschützt sind und als Boxen bzw. Verrichtungsboxen bekannt sind.

Manch ein Strich bietet aber auch Wohnwagen, in denen die sexuellen Leistungen erbracht werden. Darüber kann ein Strich auch durch Stundenhotels oder spezielle Gebäude für Prostitution gekennzeichnet sein.

Kritik am Strich

Wie alle käuflichen sexuellen Dienstleistungen ist auch das Phänomen Strich umstritten und immer wieder Gegenstand von Kontroversen. Vielerorts sehen Anwohner einen Strich mit Argwohn und fürchten um die Wohnqualität in ihrem Viertel. Ähnlich hegen auch viele Geschäftsleute Befürchtungen, ein Strich in der Nähe könnte für ihre Tätigkeiten oder den Wert ihrer Grundstücke negative Folgen haben.

Oft wird auch kritisiert, dass auf einem Strich häufig jene Frauen anschaffen gehen, die sich Geld für ihre Drogensucht beschaffen wollen. Dabei sind auch viele Prostituierte am Strich zu finden, die keinerlei Drogenprobleme haben.

Oft findet an einem Straßenstrich die so genannte Gelegenheitsprostitution statt, durch die sich Frauen nebenher etwas Geld hinzuverdienen. Bemängelt wird mitunter, dass an einem Strich oft Frauen ohne Aufenthaltsgenehmigung für das jeweilige Land arbeiten und auch solche, die mit Geschlechtskrankheiten wie zum Beispiel AIDS infiziert sind, wodurch die Freier einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, selbst mit einer Krankheit infiziert zu werden.

Darüber hinaus gibt es für die meisten Frauen auf dem Strich in der Regel keine Möglichkeit sich zwischen den einzelnen Freiern ausreichend zu reinigen. So besteht die Reinigung hier in der Regel aus der Behandlung mit feuchten Tüchern.

Auch aus kirchlichen und feministischen Kreisen wird der Strich oft kritisiert. Auch die politischen Entscheidungsträger in manchen Kommunen stehen dem Strich mitunter ablehnend gegenüber, weshalb mancherorts der Strich verboten ist.

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